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Es ist nicht mehr so wie früher

Sorry, dass ich mich erst jetzt melde, aber ein paar Tage Auszeit waren dringend nötig. Einerseits: Irgendwie trifft Dich das alte Leben wie die Schnauze eines LKW, wenn Du nach sechs Wochen die Türe zu Hause aufsperrst. 700 Kilometer auf den Sohlen, der Briefkasten randvoll, plus das e-mail-Postfach, das Abend für Abend nicht einfach irgendwie und erschöpft per Funk aus dem Wohncontainer beantwortet werden sollte. Und die Presse am Telefon (was wir ja auch wollten.) Also schlafen, telefonieren, tippen, verarbeiten. Zudem Daheimgebliebene endlich wieder besuchen und Liegengebliebenes (auch in unserer Agentur) abarbeiten.
Aber das Haus, das Zuhause ist nicht wie früher. Auch nicht für Mum, Dad oder Kevin. Für keinen von uns. Einen goldenen Herbst im Osten gesehen, erlaufen - hab nach der Rückkehr versucht, es Bekannten zu erzählen: Erfurt, Leipzig (wovon Dad so schwärmt), Wittenberg, Potsdam, Greiz, Plauen... Ein Wohnmobil für die Family. Und irgendwann zehn und mehr Freunde um uns herum. Irgendeiner hatte immer Holz fürs Feuer. Oder Grillfleisch. Oder Zuckerkuchen... (hey!). Ich wollte eigentlich für einen Plattenvertrag laufen, aber was ich erfahren habe und begreifen muss, ist nicht ein üblicher Musikerjob, ein Job wie jeder andere, sondern der ganze wundersame Wanderzirkus, eine andere, größere Familie. Von solchem Zusammenhalt und Zueinanderstehen ist in keiner Zeitung und in keiner TV-Show mehr zu hören, sondern vielleicht noch in verklärten Romanen über das "fremde" Zigeunerleben.
Nachts wache ich auf, weiß nicht, wo ich liege, und es wird mir nur langsam klar, dass ich wieder zu Hause bin. Ich habe das Leben auf der Straße und im WoMo zusammen mit meiner Familie selbst auf engstem Raum so genossen. Ok, manchmal war’s wirklich eng Kevin, ("mach endlich das Handy aus!"), Aber jetzt fehlt etwas (...nicht unbedingt das Laufen, grins). Die abendlichen Lagerfeuer der letzten Wochen, die vielen Freunde (ganz besonders die aus Eddis Camp, die Country Freunde aus Spandau, Teltow, Geltow und Berlin) Thomas und Kerstin aus Leipzig, Jürgen Stiller aus Vechta, Piet aus Holland, Gaby, Peter, und Martin aus Brandenburg, Biene, Rene und Mandy aus dem Harz und aus Dresden Mike und Brigitte, Matse, Bernd & Beate und der Rest von Eddy`s Camp und und und... Jeden Tag woanders und "Unter Euch" doch immer daheim.
Und jetzt soll das alles vorbei sein? Jemand sagte zu mir: "Koste nicht zuviel von Freunden, sonst wirkt es wie eine Droge". Ja, und ich habe zuviel gekostet. Es war einfach mehr als nur ein freundschaftliches Treffen, es ist wahre Freundschaft. Über Tage, Monate. Und lass uns Jahre daraus machen!
Ihr, die nicht abends am Lagerfeuer dabei waren, die arbeiten mussten oder für die es etliche Kilometer zuviel waren, aber mir täglich Mails schrieben, aus der ganzen Republik, Österreich, Schweiz, Liechtenstein und mein Fan Club in North Carolina/USA - es war immer ein Stuhl leer für euch.


In vielen Eurer Mails wurde ich gefragt, wie es bei Universal lief. Das möchte ich euch selbstverständlich nicht vorenthalten, hier
"Meine Stunde" bei Universal:
Ich wurde schon etwas ehrfürchtig, als ich die riesen Empfangshalle betrat.
Bei der Rezeption gemeldet, führte Mum, Dad, Kevin und mich sofort eine nette Empfangsdame in ein Konferenzzimmer, wo das Kamerateam von Polylux schon wartete. Kurz darauf kam der Managing Direktor von Universal, und begrüßte uns sehr freundlich. Ich fühlte mich sofort wohl bei ihm. Zunächst ging’s ohne Kamerateam in sein Büro, und wir unterhielten uns über den Lauf, das "warum und wieso" und unsere Bitte, über einen Plattenvertrag sprechen zu dürfen.
Nicht zuletzt von meinem Dad kenne ich das Geschäft. Mir war klar, dass ich nicht am gleichen Tag einen bekomme und es sich um Vorgespräche darüber dreht, wie und wo ich bei Universal "reinpasse". Von der respektvollen Art, wie er mit uns redete, war ich sehr überrascht, denn schließlich bin ich ja kein Star (im Sinne des Geschäfts), sondern "nur" ein Sänger und Musiker, der um einen Job fragt.
Dann ging’s durch den Universal-Bau zu einem ersten Gespräch mit einem A&R (Artist und Repertoire) von Universal, dem ich eine Demo-CD vorlegte, in die er auch gleich reinhörte. Und: in den nächsten Wochen findet ein größeres Meeting statt, in dem neue Projekte besprochen werden; meines sei dann ebenfalls dabei. Man würde sich dann telefonisch bei mir melden und gegebenenfalls einen neuen Gesprächstermin vereinbaren.
Tja, das ist der "sachliche" Zwischenstand, aber während der Gespräche dachte immer wieder an unseren Event: Ich hab meinen Lauf, die 700 Kilometer wirklich geschafft, schon jetzt mehr gewonnen, als ich überhaupt dachte. Und alles, was jetzt kommt, ist eine Überraschung.
So, jetzt stehe ich nun vor einem ganz persönlichen Problem, meiner Ungeduld. Ich hasse die Scheiß - Warterei, aber es muss so sein. Eines weiß ich aber jetzt schon sicher, ich gebe nicht auf, und es geht immer weiter, ganz egal wie die Sache ausgeht. Mein Fußmarsch nach Berlin hat mich stärker gemacht, und nichts bringt mich so schnell aus der Ruhe, denn ich werde es schaffen! "Little By Little, Step By Step".
Und das Leben will eh weitergehen. Freitag waren wir bei unserer "Zweitfamilie" Dem Harley-Stammtisch Bad Oberdorf und verlebten dort einen wunderbaren Abend bei Allgäuer Leberkäs und Kellerbier (... ich nur Cola, denn ich bin ja jetzt Autofahrer, oder besser gesagt der selbsternannte persönliche Fahrer meiner Eltern).
Montag begann dann wieder unsere Arbeit. E-Mails Schreiben, Telefon-Interviews und die Vorbereitungen auf den Rock & Pop Preis am 21. November in Hamburg.
Und ich wäre nicht meines Vaters Sohn, wenn ich nicht schon vorher "Plan B" vorbereitet hätte, und ihr alle könnt gespannt sein, was da noch alles kommt. In diesem Sinne, bleibt dran, denn die Geschichte ist noch lange nicht aus!

Euer TJ

Der traurigste Tag ist der, an dem man nicht gelacht hat... Heinz Erhardt


 

 

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